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Wissenschaftliche Analyse von Ergebnissen der Diözesanen Pastoralwerkstatt liegt jetzt vor

Dr. Christoph Wiethoff (Mitte), Dozent am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Paderborn, unterzog die Ergebnisse der Diözesanen Pastoralwerkstatt einer „qualitativen Inhaltsanalyse“. Jetzt übergab er die Analyse an Prälat Thomas Dornseifer (links) und Thomas Klöter (rechts). Paderborn, 28. Juli 2013. Die Diözesane Pastoralwerkstatt, die Ende Juni im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum stattfand, hat eindrucksvoll gezeigt: Wenn über 400 Personen gemeinsam darüber beraten, welche Wege die Seelsorge im Erzbistum Paderborn in der Zukunft einschlagen soll, kommen Unmengen an Ideen und Gedanken zusammen. Für die Organisatoren brachte dies nach der Veranstaltung die Aufgabe mit sich, die Aussagen auf den vielen hundert beschriebenen Plakaten zu sortieren und so für die Weiterarbeit auswertbar zu machen. Schnell war klar, dass dies nur mit wissenschaftlicher Unterstützung geschehen konnte. Diese fand man in Dr. Christoph Wiethoff, Dozent am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Paderborn, der alle Ergebnisse einer so genannten „qualitativen Inhaltsanalyse“ unterzog. Die Ergebnisse seiner Arbeit liegen jetzt vor.

„Uns war wichtig, alle Ergebnisse der Werkstatt zugänglich zu machen, nicht nur die 70 Empfehlungen, die am Ende der Veranstaltung präsentiert wurden“, so Thomas Klöter, koordinierender Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat. „Auch die vorhergehenden Entwicklungsschritte sollten in die Analyse aufgenommen werden, damit das gesamte Spektrum nachvollziehbar bleibt, über das diskutiert worden ist.“

„Bei der qualitativen Inhaltsanalyse arbeiten wir mit Excel-Tabellen“, so Dr. Christoph Wiethoff. „Jede einzelne Aussage wird in eine Tabellen-Zelle eingetragen und dann bestimmten Überschriften zugeordnet. Diese Überschriften kann man in der fertigen Tabelle einzeln auswählen und so zu einem bestimmten Thema alle passenden Aussagen herausfiltern.“ Es sei eine Herausforderung gewesen, die Datenmenge der Pastoralwerkstatt zu bewältigen, so Wiethoff weiter. Er habe zusätzlich versucht, die kreativen Prozesse zu erfassen, die auf den Plakaten sichtbar geworden seien. „Diese Prozesse, die sich auf den Plakaten abbilden, sind ebenfalls wertvolle Informationen, aber manchmal schwer zu verschriftlichen. Hier sind wir manchmal an Grenzen gestoßen“, sagte er.

Die Überschriften, denen die Aussagen bei einer ersten Auswertung zugeordnet wurden, seien durch das Programm der Werkstatt vorgegeben gewesen, beschrieb Wiethoff den Verlauf der Analyse: die vier Perspektivthemen „Taufberufung fördern“, „Ehrenamt – Engagement aus Berufung“, „Pastorale Orte und Gelegenheiten – missionarisch Kirche sein“ und „Caritas und Weltverantwortung – diakonisch handeln“ sowie die sieben Merkmale einer Organisation, zu denen sich während der Werkstatt Arbeitsgruppen gebildet hatten. Für eine zweite Auswertung habe er dann ein eigenes Unterkategoriensystem entwickelt, um die einzelnen Aussagen noch passender zuzuordnen. In einem dritten und letzten Schritt habe er das Material Schlüsselbegriffen wie „Gottesdienst“, „Kommunikation“ oder „Personaleinsatz“ zugeordnet, die ebenfalls von den Organisatoren bestimmt worden seien.

Dr. Wiethoff betonte den Vorteil einer „von außen“ kommenden Auswertung: „Wir haben uns die Ergebnisse angeschaut, ohne sehr viel darüber zu wissen. Während sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Werkstatt bereits ihr Bild von den Ergebnissen gemacht haben, war unser Blick überhaupt nicht vorgeprägt. Auf diese Weise sind wir mit einer ganz neuen Sicht an die Dinge herangegangen.“ Sein Eindruck von der Pastoralwerkstatt sei insgesamt positiv: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie man mit so vielen Menschen so zielgerichtet arbeiten kann“, sagte er. Gut finde er auch die Vielfalt der Ergebnisse: „Es stehen durchaus unterschiedliche Ansichten auf den Plakaten. Ich habe den Eindruck: Was wichtig war, hat es auch auf die Plakate geschafft.“

Die Analyse wird demnächst auf dieser Seite zur Verfügung gestellt.