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Erste Eindrücke vom kommenden Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn

Gesprächsabend in Paderborn: Dr. Michael Bredeck informierte zu Beginn über die bisherige Arbeit am kommenden Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn. Dieses wird im Rahmen eines Diözesanen Forums am 25. Oktober 2014 in Kraft gesetzt.
Paderborn, 27. Februar 2014. Sie waren ein Zwischenschritt zwischen Diözesaner Pastoralwerkstatt im Juni 2013 und der bevorstehenden Inkraftsetzung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn im Oktober 2014: die fünf Gesprächsabende, die in den vergangenen Wochen in Dortmund, Paderborn, Soest, Olpe und Bielefeld stattfanden. Insgesamt 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pastoralwerkstatt kamen an diesen Abenden zusammen und nahmen erste Eindrücke von dem Zukunftsbild mit, das künftig die Richtung der Pastoral im Erzbistum aufzeigen soll. Sie erfuhren auch, dass die Inkraftsetzung des Zukunftsbildes im Rahmen eines Diözesanen Forums erfolgt, das am 25. Oktober 2014 in Paderborn stattfinden wird.

Als Gesprächspartner standen an allen fünf Abenden mit Prälat Thomas Dornseifer und Thomas Klöter die Leitung der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat sowie Monsignore Dr. Michael Bredeck, Geschäftsführer des diözesanen Prozesses „Perspektive 2014“, zur Verfügung. Die Moderation hatte Jutta Tacke übernommen, die bereits durch die Diözesane Pastoralwerkstatt führte.

Gesprächsabend in Olpe: Dr. Michael Bredeck (links) und Jutta Tacke (rechts) beschrieben, wie seit Juni an den Empfehlungen der Diözesanen Pastoralwerkstatt weitergearbeitet wurde.
Sie informierten darüber, dass aus den zahlreichen Ideen und Empfehlungen der Diözesanen Pastoralwerkstatt inzwischen die zentralen Themen herausgearbeitet worden seien. Die Lenkungsgruppe „Perspektive 2014“ unter der Leitung von Erzbischof Hans-Josef Becker habe auf der Grundlage dieser Themen einen ersten Entwurf für das Zukunftsbild erarbeitet, der nun bis Juni von verschiedenen Gremien beraten werde. Die endgültige Fassung des Zukunftsbildes wird dann zum Herbstliborifest in Kraft gesetzt.

„Aus diesem Anlass findet am 25. Oktober 2014 in Paderborn ein Diözesanes Forum statt, in dessen Rahmen das Zukunftsbild veröffentlicht wird“, so Monsignore Dr. Bredeck. „Erzbischof Becker wird im Rahmen dieses Forums die theologischen Grundlagen des Zukunftsbildes beschreiben und konkretisieren, welche praktischen Konsequenzen und strategischen Maßnahmen daraus erwachsen.“

Gesprächsabend in Bielefeld: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten in Gruppen die vorgestellten Themen.
Erste Eindrücke vom künftigen Zukunftsbild erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesprächsabende schon jetzt anhand von ausgewählten Themen. Unter anderem erfuhren sie, dass im Erzbistum Paderborn der Dienst an armen und bedürftigen Menschen künftig selbstverständlicher Bestandteil der pastoralen Abläufe vor Ort werden soll. Sie erfuhren auch, dass die kirchenrechtlich beschriebene Leitung einer Pfarrei durch den Pfarrer in Beziehung treten wird zu der Vielfalt von „Gemeinden“ im Pastoralen Raum, in denen neue Leitungsformen entstehen werden. Außerdem wurden sie darüber informiert, dass sich im Pastoralen Raum die Rolle von Pfarrgemeinderäten weiterentwickeln solle: „Wir stellen uns vor, dass das Gremium in Zukunft weniger das interne Gemeindeleben organisiert“, so Prälat Dornseifer. „Vielmehr soll es Verbindungsglied zu den vielfältigen Lebensorten der Menschen im Pastoralen Raum sein und auf diese Weise Sorge dafür tragen, dass Kirche möglicht vielen Menschen nah ist“. Neu definiert würden auch die Rolle und die Zusammenarbeit von Priestern, hauptamtlichen Laien und Ehrenamtlichen: „Für ein gelingendes Miteinander ist eine Feedback-Kultur nötig, die von Wertschätzung und Partnerschaftlichkeit geprägt ist und stets die gemeinsame Aufgabe im Blick hat“, so Thomas Klöter. Abschließend machten alle drei Gesprächspartner deutlich, dass mit dem neuen Zukunftsbild ein „Weiter so wie bisher“ nicht mehr möglich sei. Es sei deshalb geplant, das Zukunftsbild in den kommenden Jahren auf allen Ebenen des Bistums zum Thema zu machen, damit es vor Ort lebendig werden könne.

Gesprächsabend in Paderborn: In einem gemeinsamen Austausch diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die beschriebene Richtung im kirchlichen Leben vor Ort umgesetzt werden könne.
Im sich anschließenden Gespräch sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, wie die beschriebene Richtung im kirchlichen Leben vor Ort umgesetzt werden könne. „Das Zukunftsbild beruht hauptsächlich auf neuen Haltungen aller Beteiligten“, so Monsignore Dr. Bredeck. „Diese Haltungen können nicht durch Regelungen ‚verordnet’ werden. Deshalb wird es zuerst darum gehen, diese Haltungen in einer Aneignungsphase einzuüben und auch über die Ängste zu sprechen, die damit verbunden sind.“ Einige dieser Ängste und Herausforderungen wurden in den Gesprächen thematisiert: Probleme aufgrund der weniger werdenden Haupt- und Ehrenamtlichen, mögliche Überforderung Ehrenamtlicher angesichts wachsender Verantwortung, die Schwierigkeit, aus gewohnten Handlungsweisen auszusteigen und wirklich Neues zuzulassen.

Diskutiert wurde auch die Rolle der Dekanate bei der Aneignung des Zukunftsbildes sowie die Frage, auf welchem Weg ehrenamtliches Engagement am besten unterstützt werden könne. Teilnehmende Pfarrer unterstrichen, wie wichtig die Entlastung von Verwaltungsaufgaben für ihre künftige Rolle sei, teilnehmende Lehrerinnen und Lehrer wiesen darauf hin, dass Schulen und hier besonders der Religionsunterricht bedeutende Orte im Pastoralen Raum seien. Ein Gast von protestantischer Seite bezeichnete den vom Erzbistum Paderborn eingeschlagenen Weg als „beeindruckend“ und zog Parallelen zu vergleichbaren Prozessen in evangelischen Kirchenkreisen.

Das Fazit zu den fünf Gesprächsabenden fiel bei den Verantwortlichen positiv aus. „Die Gesprächsabende haben gezeigt, dass eine große Bereitschaft zur Haltungsänderung vorhanden ist“, so Thomas Klöter. „Ich sehe uns auf unserem gemeinsamen Weg gestärkt.“

Die Powerpointpräsentation mit den ausgewählten Themen, die bei den fünf Gesprächsabenden vorgestellt wurden, steht hier als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung:

     Präsentation mit ausgewählten Themen