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"Die Pastoralwerkstatt zuversichtlich und gelassen angehen"

Paderborn, 18. Juni 2013. Noch wenige Tage, dann beginnt in Paderborn die Diözesane Pastoralwerkstatt (26. bis 29. Juni 2013). Auf ihrer Agenda steht nichts Geringeres als die Beratung über geeignete Rahmenbedingungen für die künftige Pastoral, die dem Weiterleben des Glaubens im Erzbistum Paderborn dienen soll. Eine Veranstaltung mit diesem Ziel weckt große Erwartungen – und manchmal auch die (besorgte) Frage, ob und wie sich die eigenen Anliegen in diesen Rahmenbedingungen wohl wieder finden werden. Wir haben mit Monsignore Dr. Michael Bredeck, Geschäftsführer der Steuerungsgruppe „Perspektive 2014“, über die Erwartungen an die Pastoralwerkstatt gesprochen.

pdp: Die Diözesane Pastoralwerkstatt nähert sich mit großen Schritten. Wie macht sich das im Erzbistum Paderborn bemerkbar?

Dr. Michael Bredeck: Ich habe den Eindruck, dass die Diözesane Pastoralwerkstatt mittlerweile nicht nur hier in Paderborn, sondern zunehmend auch in Pfarreien, Pastoralverbünden, Verbänden und weiteren Einrichtungen des Erzbistums Thema ist. Ich erlebe, dass sich einzelne Teilnehmergruppen intensiv darauf vorbereiten. Erst recht gilt dies für die vielen Frauen und Männer, die im Rahmen der Werkstatt eine Aufgabe übernommen haben – die Moderatoren zum Beispiel oder diejenigen, die für die Dokumentation der Tagung verantwortlich sind. Unter den etwa 430 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die inzwischen die Unterlagen zur Vorbereitung erhalten haben, sind mehr als 100 Ehrenamtliche, von denen sich viele sogar Urlaub für die Pastoralwerkstatt nehmen. Das Spektrum an Stimmungen und Meinungen ist sehr weit. Bei mir überwiegt der Eindruck, dass der Werkstatt mit viel Engagement und einem hohen Maß an Verantwortung entgegengesehen wird. Dies stimmt uns vom Vorbereitungsteam optimistisch, dass am Ende der Werkstatt tatsächlich Konturen einer zukunftsfähigen Pastoral in unserem Erzbistum sichtbar werden.

pdp: Die Werkstatt soll Empfehlungen für jene Rahmenbedingungen entwickeln, die Erzbischof Becker zum Abschluss der Perspektive 2014 verbindlich für die Pastoral im Erzbistum festschreiben wird. Eine anspruchsvolle Aufgabe…

Dr. Michael Bredeck: Das ist sicher richtig. Trotzdem muss sich niemand unter Druck setzen. Sinn der Werkstatt ist es nicht, „Lobbyarbeit“ für das eigene Thema oder die eigene Einrichtung zu betreiben, damit diese 2014 einen angemessenen Platz in den Rahmenbedingungen erhalten. Sie ist vielmehr ein Lernort, an dem die Teilnehmer erfahren, was im Erzbistum Paderborn in den vergangenen Jahren alles an Ideen und Initiativen entstanden ist – dies soll auf Zukunftsfähigkeit hin geprüft und weiter entwickelt werden. Es geht auch darum zu entdecken, dass andere vielleicht ähnliche oder anschlussfähige Ideen und Initiativen entwickelt haben. Dies ist dann nicht als Konkurrenz zu bewerten, sondern als Gelegenheit zur Verständigung und Vernetzung, auch als Ermutigung für den eigenen Weg. Solche Erfahrungen sind die Basis für die gemeinsame Arbeit an den Empfehlungen, die Erzbischof Becker zum Abschluss der Veranstaltung symbolisch übergeben werden.

pdp: Etwa 430 Frauen und Männer nehmen an der Pastoralwerkstatt teil. Das ist eine große Zahl, trotzdem wären noch sehr viel mehr gerne gekommen…

Dr. Michael Bredeck: Natürlich sind an den Themen, die die Pastoralwerkstatt bearbeitet, sehr viel mehr Menschen interessiert. Wir haben kreative Methoden gewählt, die eine Begrenzung der Teilnehmerzahl einfach notwendig machen. Es wäre natürlich einfacher, Vorträge zu halten – dann könnten viel mehr Menschen zuhören. Aber darum geht es ja eben nicht. Eine Werkstatt muss arbeitsfähig sein – und die räumlichen Gegebenheiten im Heinz Nixdorf MuseumsForum müssen auch berücksichtigt werden. Eingeladen wurde deshalb ein wirklich repräsentativer Querschnitt aller Priester und Laien, Haupt- und Ehrenamtlichen, Mandatsträger und Engagierten des Erzbistums. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass die Teilnehmer mit den Inhalten des diözesanen Prozesses vertraut sind. Es muss aber niemand befürchten, über die Geschehnisse und Ergebnisse der Pastoralwerkstatt nicht informiert zu werden. Wir werden auf der Internetseite www.pastoralwerkstatt.de ständig mit Texten, Bildern und Videos tagesaktuell von der Veranstaltung berichten. Auf der gleichen Seite steht ein Feedbackformular zur Verfügung, über das während der Werkstatt auch „von außen“ Fragen und Kommentare an die Organisatoren geschickt werden können. Außerdem werden alle Programmpunkte umfassend dokumentiert, so dass man sich im Nachhinein genau über Ablauf und Ergebnisse informieren kann.

pdp: Nach Ihrer Einschätzung: Welche Bedeutung hat die Pastoralwerkstatt für Gegenwart und Zukunft des Erzbistums Paderborn?

Dr. Michael Bredeck: Die Diözesane Pastoralwerkstatt ist ein wichtiger Baustein im Rahmen unseres diözesanen Prozesses „Perspektive 2014“. Wir erwarten uns von ihr richtungweisende und deutliche Hinweise engagierter Frauen und Männer aus dem Erzbistum, entsprechend organisieren wir sie mit großem Aufwand. Gleichwohl empfehle ich Verantwortlichen und Teilnehmern gleichermaßen, die Werkstatt zuversichtlich und gelassen anzugehen und sie nicht mit Erwartungen zu überladen. Nicht alles hängt von ihr ab. Die Annahme, dass sich an den drei Tagen der Werkstatt die gesamte Zukunft des Erzbistums entscheidet, würde eine fruchtbare Arbeit sicher eher blockieren als fördern. Da kann der Gedanke helfen, dass unsere Zusammenkunft letztlich einen geistlichen Grund hat – entsprechend steht sie unter dem Leitwort „Denn wir schauen aus nach dir“ (Ps 33,22). Mit anderen Worten: Es geht darum, dass sich die Teilnehmenden als Schwestern und Brüder verstehen und dass sie gemeinsam nach dem Willen Gottes fragen für den Weg der Ortskirche von Paderborn. Diese bleibende Spannung zwischen dem eigenen Tun und Diskutieren und der notwendigen geistlichen Grundhaltung ist wichtig und muss immer wieder austariert werden. Von daher kommt der Art und Weise des Miteinanders auf der Werkstatt eine hohe Bedeutung zu. Aufeinander hören, damit rechnen, dass der Andere meine bisherige Sicht erweitern kann, und sich bewusst sein, dass es darum geht, nach dem Willen Gottes zu suchen. Das während der Pastoralwerkstatt eingeübte „Aufeinander zu“ wird hoffentlich stilbildend sein und die Richtung anzeigen, in die sich die Pastoral und das Miteinander in der Kirche entwickeln sollten. Ganz wichtig scheint mir das Vertrauen zu sein, dass der Geist Gottes uns während der Pastoralwerkstatt führt und dass das Entscheidende nur in diesem Vertrauen geschehen kann. Sonst bleiben wir bei uns selbst und dem, was wir mitbringen, stehen.