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Erzbistum Paderborn ist bereit für das "Experiment Pastoralwerkstatt"

Paderborn, 23. Juni 2013. Vom 26. bis 29. Juni 2013 wird das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn Schauplatz einer ungewöhnlichen Tagung, die den Namen „Diözesane Pastoralwerkstatt“ trägt. Das Logo der Veranstaltung ist ein roter Schraubenschlüssel, doch Werkzeugkoffer wird man auf dieser Werkstatt vergeblich suchen. Stattdessen kommen insgesamt 430 Frauen und Männer im HNF zusammen, um gemeinsam über die Zukunft der Pastoral im Erzbistum Paderborn zu beraten. Wie bei Werkstattexperimenten üblich hat auch die Pastoralwerkstatt einen „Erkenntnisgewinn“ zum Ziel: Erforscht werden soll, unter welchen Rahmenbedingungen das Weiterleben des Glaubens im Erzbistum Paderborn an besten gestaltet und gesichert werden kann. Das Leitwort der Pastoralwerkstatt lautet „Denn wir schauen aus nach dir“ (Ps 33,22).

Eröffnet wird das Experiment am Mittwoch, 26. Juni 2013, um 17 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn mit einer liturgischen Feier, die Erzbischof Hans-Josef Becker leiten wird. Zum Abschluss der Werkstatt am Samstag, 29. Juni 2013, nimmt er dann das Ergebnis des Experimentes in Empfang: Die Teilnehmer überreichen ihm symbolisch Empfehlungen für jene Rahmenbedingungen, die er im Jahr 2014 für die Pastoral im Erzbistum verbindlich formulieren wird.

Den Tagungsunterlagen, die bereits im Vorfeld verschickt wurden, können die haupt- und ehrenamtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer entnehmen dass es ein Experiment wie die Pastoralwerkstatt im Erzbistum Paderborn noch nie gegeben hat, dass es sich also um ein Novum handelt. Neu ist vor allem die Arbeitsweise: Die Teilnehmer sind keine passiven Zuhörer, die Inhalte und Erkenntnisse vermittelt bekommen, sondern sie haben die Aufgabe, Inhalte und Erkenntnisse im Verlauf der Werkstatt gemeinsam zu erarbeiten. Lange Vorträge und Reden oder, mit anderen Worten, eine „Einbahnstraßen-Kommunikation“ sucht man im Tagungsprogramm daher vergebens. Stattdessen prägen offene Gespräche und unterschiedliche Kommunikationsformen die Veranstaltung. Neu sind auch die quantitativen Ausmaße der Werkstatt: Noch nie zuvor wurden mehrere hundert Menschen aus den verschiedenen Regionen des Erzbistums zu mehrtägigen Beratungen in die Bistumsstadt eingeladen.

Eine Veranstaltung mit diesen Ausmaßen erfordert gründliche Vorbereitung und großen Personaleinsatz. Ein Jahr lang haben zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat und anderen Einrichtungen des Erzbistums an der Organisation der Werkstatt gearbeitet. Für den Einsatz in Workshops und Gesprächskreisen wurden 16 Moderatoren geschult, zahlreiche Dokumentatoren sorgen dafür, dass alle Ergebnisse festgehalten werden. Am Arbeitsprogramm beteiligen sich nicht nur haupt- und ehrenamtliche „Kirchenleute:“ Auch externe Experten und Improvisationskünstler begleiten die Veranstaltung mit ihren Anregungen. Eine eigene Arbeitsgruppe gab es für die inhaltliche und musikalische Gestaltung der Gebetszeiten, zu denen sich die Teilnehmer am Morgen, Mittag und Abend zusammenfinden.

Die Gestaltung des Programms für den Donnerstagvormittag erforderte besonders großen Aufwand: Frauen und Männer aus verschiedenen Einrichtungen und Einsatzbereichen des Erzbistums haben mit viel Kreativität 17 so genannte „Erkenntnisorte“ gestaltet, die für die Zeit der Werkstatt im HNF aufgebaut werden. Gemeinsam bilden sie eine „begehbaren Kirchenlandschaft“, die den Teilnehmern einen Eindruck davon vermitteln soll, welche Erkenntnisse und Ergebnisse der diözesane Prozess „Perspektive 2014“ bisher gebracht hat.

Am Donnerstagnachmittag teilen sich die Teilnehmer in vier Großgruppen auf, um die Themenbereiche „Taufberufung fördern“, „Ehrenamt – Engagement aus Berufung“, „Pastorale Orte und Gelegenheiten – missionarisch Kirche sein“ und „Caritas und Weltverantwortung – diakonisch handeln“ zu bearbeiten. Mit Hilfe verschiedener Methoden erarbeiten sie Zukunftsideen und so genannte „Innovationsappelle“, die deutlich machen, welche Inhalte für die Pastoral im Erzbistum künftig bedeutsam sein sollen.

Am Freitag steht die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Rahmenbedingungen diese Ideen am besten verwirklicht werden können. Die Teilnehmer bilden sieben Arbeitsgruppen, die jeweils ein Wesensmerkmal einer Organisation zum Thema haben und entwickeln so genannte Prototypen, die als Rahmenbedingungen im Erzbistum umgesetzt werden könnten. Stehen am Freitagvormittag die Rahmenbedingungen vor Ort in den pastoralen Räumen im Fokus, widmen sich die Teilnehmer am Freitagnachmittag der Frage, was auf diözesaner Ebene geregelt, entschieden oder auch freigegeben werden soll. Am späten Nachmittag erfolgt die Präsentation der Ergebnisse im Plenum.

Am Samstag nimmt Erzbischof Becker von den Teilnehmern die Ergebnisse der Pastoralwerkstatt symbolisch entgegen. Diese sollen als Empfehlungen Eingang in jene Rahmenbedingungen finden, die er zum Abschluss des diözesanen Prozesses „Perspektive 2014“ verbindlich für die Pastoral im Erzbistum festschreiben wird Die Veranstaltung schließt mit einem Gottesdienst, der ebenfalls im HNF gefeiert wird.