Aktuelles

„Kritikbereiter und mutiger sein“

Externe Beobachter blicken auf die Pastoralwerkstatt

Am Freitagmorgen stellten externe Beobachter ihre Sicht auf die Diözesane Pastoralwerkstatt vor (v.l.): Prof. Dr. Matthias Sellmann, Moderator Dr. Gundo Lames, Stefanie Zunft, Dr. Hadwig Müller, Moderatorin Jutta Tacke und Prof. Dr. Christoph Jakobs.pdp

Paderborn, 28. Juni 2013. Wirkungsvoller, kritikbereiter und mutiger sollten sie sein, riet Professor Dr. Matthias Sellmann, Direktor des „Zentrums für angewandte Pastoralforschung“ in Bochum am Freitagmorgen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Diözesanen Pastoralwerkstatt. Er und drei weitere Beobachter von außen brachten die Arbeitsergebnisse des Vortages aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Punkt.

Es fehle noch an Risikobereitschaft und an der Beherztheit, große Sprünge zu wagen, kritisierte Professor Sellmann. Wichtig sei es, auf die Ebene der Orte und Menschen zu gelangen. Vor Ort wünschte er sich von den Kirchenmitgliedern mehr Mut zur Selbstorganisation. „Selbstorganisation kann die Erzdiözese nicht organisieren, deshalb müssen wir es selbst tun“, appellierte Sellmann.

Selbstorganisation auf lokaler Ebene, die eine Entwicklung zur Folge habe, müsse aus der Taufberufung entstehen. Der Ruf an eine höhere Ebene würde diesen Entwicklungsprozess stoppen, betonte auch Dr. Christoph Jakobs, Professor an der theologischen Fakultät Paderborn. „Wollen wir mehr Kirche, mehr Gott oder mehr Mensch? Was sind wir bereit zu opfern, was wollen wir entscheiden?“, wandte er sich an die Teilnehmer der Pastoralwerkstatt.

„Wir reduzieren unser Denken zu sehr auf Projekte, Personal oder Ehrenamt in pastoraler, ortsinterner Ebene. Dabei verliert man schnell aus dem Blick, dass wir darauf hinarbeiten, Vorschläge für die Ebene des Erzbistums zu entwerfen“, so Stefanie Zunft, Diplom-Pädagogin und Organisationsentwicklerin. Sie mahnte zu einem deutlicheren Transfer der Ergebnisse in die Praxis.

„Um über den Tellerrand hinaus blicken zu können, müssen wir auch zum Handeln ohne Auftrag bereit sein“, beurteilte Dr. Hadwig Müller, langjährige Referentin des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio e.V. Aachen die Ergebnisse des Donnerstags. Neues könne nicht durch die Abkehr vom Alten entstehen, sondern nur aus dem Dialog mit anderen. Man brauche „Rebellen“, die kritisierten und Ideen hinterfragen würden, um Vorschläge nach ihrer Rationalität zu beurteilen.

Am Samstag sind weitere „Resonanzen“ von Experten auf die Arbeitsergebnisse der Pastoralwerkstatt geplant. Dann werden Professor Dr. Martin Lörsch, Professorin Dr. Maria Neubrand MC und Professor Dr. Hans Hobelsberger ihre Sicht auf die Pastoralwerkstatt vorstellen.